DIE TREIBENDE KRAFT DER ENERGIEWENDE
17. September 2021
Gemeinsam gegen Rassismus
9. Oktober 2021
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Wir schützen die Natur für ein gutes Leben

Eine intakte Natur ist unser aller Lebensgrundlage. Saubere Luft, fruchtbare Böden, gesunde Nahrungsmittel und Trinkwasser ermöglichen gutes Leben. Dafür braucht es funktionierende Ökosysteme. Doch die Art und Weise unseres bisherigen Wirtschaftens schadet der Natur und damit auch uns selbst. Das Artensterben gefährdet wie die Klimakrise unser Leben und das kommender Generationen. Wir wollen die Natur schützen und wiederherstellen. Um die Artenkrise zu bekämpfen, brauchen wir eine Umkehr in der Landwirtschaft und Schutzgebiete, die tatsächlich schützen.

Die Natur soll sich erholen und sich dort, wo das nötig ist, wieder herstellen. Denn eine gesunde Natur schützt auf vielfältige Weise unser Klima und macht unsere Umwelt robuster gegen die klimatischen Veränderungen. Moore und lebendige Böden absorbieren viel CO2, naturnahe Wälder kühlen und speichern Wasser und CO2 und überstehen Klimaschwankungen besser als Monokulturen. Deshalb werden wir Moore wiedervernässen, Auen, Flüsse und Seegraswiesen renaturieren. So finden auch gefährdete Tiere und Pflanzen wieder Lebensraum. Wir wollen artenreiches Grünland wieder aufleben lassen. Wir werden 10 Prozent der Klimagelder aus dem Energie- und Klimafonds für Projekte zur Wiederherstellung von Natur und Ökosystemen, die dem Klimaschutz dienen, ausgeben. Und auf mindestens 2 Prozent der Landesfläche soll sich wieder echte Wildnis entwickeln, wo Pflanzen und Tiere ungestört leben können.

Wir wollen unseren Artenreichtum bewahren und vor Zerstörung schützen. Die biologische Vielfalt zu schützen, ist eine wichtige Aufgabe in vielen Politikbereichen – von der Landwirtschaft über den Meeresschutz bis hin zur Einfuhrkontrolle exotischer Tiere. Unser Ziel ist der Schutz der Natur an Land, auf dem Wasser und in der Luft. Also auf Wiesen und Feldern, in Flüssen und Seen, in den Wäldern und auf dem Meer.

Unser Ziel ist eine Landwirtschaft, die mit der Natur wirtschaftet und die Artenvielfalt erhält – ohne Umweltgifte und Überdüngung. Dafür werden wir uns für mehr Ökolandbau und eine faire Verteilung der Agrargelder zugunsten von Umwelt- und Naturschutz in der Landwirtschaft einsetzen. So stellen wir etwa beim Import von Soja oder Palmöl sicher, dass für diese Produkte keine Wälder gerodet werden müssen

Das haben wir vor: So schützen wir die Natur an Land, auf dem Wasser und in der Luft

  • Wir wollen Schutzgebiete, die tatsächlich schützen. Zur besseren Vernetzung der Gebiete wollen wir Naturschutzkorridore schaffen. Gemeinsam mit den Ländern werden wir die Naturschutzwirkung der Natura-2000-Gebiete verbessern, Nationalparke und andere Schutzgebiete – wo möglich – vergrößern bzw. neue schaffen sowie das nationale Naturerbe stärken. Den Wildnisfonds werden wir aufstocken und dafür einsetzen, dass auf mindestens 2 Prozent der Landesfläche Wildnis entsteht.
  • Auch wollen wir als ersten Schritt mindestens 5 Prozent unserer Wälder der Natur überlassen, um hier die Urwälder von morgen wachsen zu lassen. Denn ursprüngliche Natur heißt in Deutschland in erster Linie unbewirtschafteter Wald. Heute ist unser Wald durch die Klimakrise stark bedroht, deshalb brauchen wir naturnahe, artenreiche Waldökosysteme, die widerstandsfähiger sind als Monokulturen. Wir wollen gesetzliche Mindeststandards für eine naturnahe Waldbewirtschaftung festlegen und den ökologischen Umbau und die natürliche Wiederbewaldung unterstützen. Die Bewirtschaftung von Flächen der öffentlichen Hand gehört an ökologische Kriterien geknüpft – im Wald nach FSC- oder Naturlandstandards, in der Landwirtschaft nach Ökolandbau-Zertifizierung.
  • Um die Zerstörung der Meere zu stoppen, wollen wir großflächige Zonen in Meeresschutzgebiete ausweisen, in denen keinerlei Nutzung stattfindet. Wir werden dafür auch den Ausstieg aus dem Kies- und Sandabbau in Schutzgebieten vorantreiben. Wir streben außerdem eine Umstellung der Fischerei auf umwelt-, klima- und artenschonende Fangmethoden an. Dazu gehört auch ein schnellstmöglicher Ausstieg aus der klima- und umweltschädlichen Grundschleppnetzfischerei und eine naturschutzgerechte Regulierung von Stellnetzen.
  • Unsere Meere verkommen zum Endlager für Plastikmüll. Der Plastikeintrag in die Umwelt muss so schnell wie möglich gestoppt werden. Wir wollen dafür sorgen, dass Plastikmüll nicht mehr exportiert wird, wenn er nicht hochwertig recycelt wird. Zur Reduktion von Mikroplastik in der Umwelt, insbesondere in unseren Gewässern, wollen wir als ersten Schritt ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika und Pflegeprodukten.

Die Nutzung von Energie aus Wind kann sehr wohl im Einklang mit der Natur gestaltet und ausgebaut werden. Dafür braucht es eine verbindliche Bund-Länder-Strategie, die bundesweite und länderspezifische Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien definiert. Darüber können dann besondere Vorrang- bzw. Eignungsflächen für Wind sowie Ausschlussgebiete für den Schutz gefährdeter Arten definiert werden. Neben dem Ausgleich für den Eingriff in die Natur durch Windenergieanlagen sollen darüber hinaus gezielte Artenschutzprogramme den Bestand der bedrohten Arten verbessern. So wird ein Win-win-Projekt für die Energiewende und den Artenschutz daraus.

Unser Planungsrecht sieht zum Schutz von Natur und Umwelt bestimmte Prüfungen vor, bevor ein Eingriff in die Natur erfolgen darf. Oft wird diesen vorgeworfen, Planungen zu verzögern oder zu behindern. Wir brauchen aber beides: Neue Infrastruktur für eine klimagerechte Gesellschaft, wie den schnellen Ausbau von Erneuerbaren-Anlagen oder mehr Bahnstrecken, UND den Schutz unserer Natur und unserer Artenvielfalt. Das darf nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Oftmals werden Planungen auch nicht maßgeblich durch Schutzvorgaben behindert und verzögert, sondern aus anderen Gründen, wie z.B. Personalmangel oder ineffiziente Abläufe. Wir wollen daher bei den tatsächlichen Ursachen für Verzögerungen ansetzen. Ausgedünnten Planungs- und Genehmigungsstellen wollen wir eine Ausbildungs- und Einstellungsoffensive entgegensetzen. Außerdem wollen wir die Öffentlichkeit frühzeitig und umfassend in die Planung einbinden. Das schafft Akzeptanz und Konflikte können frühzeitig erkannt und gelöst werden. Aufeinanderfolgende Verfahren wollen wir miteinander verzahnen und doppelte Prüfungen einsparen. Mit Fristenregelungen verkürzen wir die Verfahrensabläufe.

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